Vorschuluntersuchung: Alle wichtigen Informationen!

Kurz bevor ein Kind das Alter für die Einschulung erreicht, bekommen die Eltern des Kindes Post vom Gesundheitsamt. In einem Brief werden sie dabei zur sogenannten „Vorschuluntersuchung“ geladen. Zahlreiche besorgte Eltern wissen jedoch zu diesem Zeitpunkt häufig nicht, was sie dabei erwartet. Informationen zur Vorschuluntersuchung lassen sich hier im folgenden Artikel finden.

Vorschuluntersuchung: Für einen erfolgreichen Schulstart

Die Zeit, bevor ein Kind auf die Grundschule kommt, ist bei den Kleinen mit viel Freude – aber auch mit ein paar Herausforderungen verbunden. In diesem Alter freuen sich Mädchen und Jungen noch sehr auf die Schule. Endlich gehören sie bald zu den Großen und lernen, wie man liest und schreibt. Meistens sind auch die Eltern voller Stolz erfüllt, wenn ihre Kinder diesen neuen Abschnitt im Leben antreten.

Bevor dieser jedoch tatsächlich begonnen werden kann, kommt es zu der Vorschuluntersuchung. Bei dieser werden die Kinder untersucht, um herauszufinden, ob sie auch schon für die Schule bereit sind. Viele Eltern sehen diesen Test aber oft mit skeptischen Augen. Nicht wenige von ihnen machen sich darüber Sorgen, dass bei ihrem Kind möglicherweise gewisse Defizite festgestellt werden, und sich dadurch die Einschulung verzögert. Daraus ergeben sich dann viele Probleme, da die Kinder meistens schon voller Vorfreude auf den Start ihres ersten Schuljahres warten. Auch können sie es als äußerst unangenehm empfinden, wenn alle ihre Freude im selben Jahr eingeschult werden, sie selbst aber noch ein Jahr länger im Kindergarten bleiben müssen.

Auch wenn diese Bedenken durchaus berechtigt sind, so sind Vorschuluntersuchungen dennoch nützlich, um die Schulfähigkeit des Kindes feststellen zu können. Eltern sollten diese Untersuchung deshalb nicht als Hindernis, sondern als zusätzliche Hilfestellung bei der Entwicklung ihres Kindes ansehen. In jedem Fall ist es wichtig, sich über den Testablauf im Vorfeld genau zu informieren. Das kann dabei helfen, die Bedenken über die Vorschuluntersuchung zu reduzieren.

Vorschule Kinder
New Africa/shutterstock,.com

Einschulungszahlen steigen

Die Zahl der Kinder, die hierzulande jedes Jahr eingeschult werden, ist vergleichsweise sehr hoch. Schon seit längerer Zeit werden in Deutschland jährlich über 700.000 Kinder eingeschult. In den letzten paar Jahren stieg diese Zahl nochmals deutlich. Daraus folgt, dass die Vorschuluntersuchung für immer mehr Familien in Deutschland zum Thema wird.

  • Jahrgang 2015/2016: 704.125 Einschulungen
  • Jahrgang 2016/2017: 720.733 Einschulungen
  • Jahrgang 2017/2018: 725.257 Einschulungen

Kein ständiger Erfolg

Bei zahlreichen Kindern sinkt die Freude der Einschulung bereits nach kurzer Zeit, und weicht dann einer starken ablehnenden Haltung gegenüber der Schule. Viele Kinder kriegen schon frühzeitig Schwierigkeiten damit, dem Unterricht angemessen zu folgen. Und das kann schwere Folgen nach sich ziehen. Zum einen sinkt die schulische Leistung rapide, weshalb viele Kinder oft eine Klasse wiederholen müssten. Auch wenn die unten stehende Statistik belegt, dass die Zahl der Wiederholer in den letzten Jahren zurückging, so bleiben dennoch jedes Jahr viele tausend Kinder in Deutschland sitzen.

Wenn das Kind die Unterrichtsvorgaben nicht umsetzen kann, dann entsteht im Laufe der Zeit häufig eine negative Grundhaltung der Schule gegenüber. Dies hat wiederum zur Folge, dass sich Kinder mit solchen Haltungen im Unterricht weniger anstrengen, oder das Geschehen im Unterricht stören. Ein derartiges Verhalten verfestigt sich oft, und bleibt auch nach dem zweiten Anlauf einer Jahrgangsstufe erhalten – obwohl das Kind dem Unterricht hinterher wieder besser folgen könnte.


Anteil der Wiederholer in Deutschland

  • Jahrgang 2006/2007: 2,7 Prozent
  • Jahrgang 2016/2017: 2,3 Prozent

Rucksack Vorschule Kind
LightField Studios/shutterstock.com

Grundgedanken der Vorschuluntersuchung

Der Hauptzweck der Vorschuluntersuchung besteht darin, die oben aufgeführten möglichen Schwierigkeiten zu vermeiden. Wenn ein Kind trotz mangelnder Schulfähigkeit dennoch auf die Schule kommt, kann dies die ausgeführten Probleme verursachen. Um so etwas zu vermeiden, erweist es sich oft als klügere Entscheidung, das Kind erstmal noch ein weiteres Jahr im Kindergarten zu lassen, sodass es seine Schullaufbahn mit einer möglichst guten Leistung beginnen kann.

Des Weiteren wird durch den Test deutlich gemacht, ob die Kinder irgendwelche Defizite aufweisen – und wenn ja, welche. Dadurch wird es überhaupt erst möglich gemacht, an diesen Defiziten zu arbeiten. Bei manchen Bundesländern gibt es deshalb sogar die Vorgabe, die Vorschuluntersuchung bereits im vorletzten Kindergartenjahr durchzuführen, damit noch ausreichend Zeit für eine passende Förderung bleibt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass trotz eventueller Defizite das Kind zum vorgesehenen Zeitpunkt eingeschult werden kann.

Wer ist für die Untersuchung verantwortlich?

Darüber hinaus beschäftigt viele Eltern die Frage, bei wem sie sich für die Vorschuluntersuchung wenden müssen, bzw. wer für diese zuständig ist. Um derartige Untersuchungen kümmert sich das örtliche Gesundheitsamt. In diesem werden die Vorschuluntersuchungen entweder in den eigenen Räumlichkeiten durchgeführt, oder das Amt sendet seine Mitarbeiter zu den jeweiligen Kindergärten und Schulen in der Umgebung. Die eigentlichen Tests werden im Regelfall von medizinischen Assistenten oder Ärzten durchgeführt. In vielen Ortschaften existiert eine spezielle Abteilung des Gesundheitsamtes, die für die Betreuung der Schulen verantwortlich ist.

Der Einschulungstest – wann findet er statt?

Es ist jeweils von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, wann die Vorschuluntersuchung stattfindet. In einigen Gegenden kommt sie schon recht früh zum Einsatz – unter anderem bis zu 1,5 Jahre vor der vorgesehenen Einschulung. Dadurch soll den Kindern die Chance geboten werden, im Vorfeld mögliche Defizite bis zum ersten Schultag aufzuarbeiten. Zum Beispiel durch eine Therapie zur Motorik-Verbesserung, oder einer gezielten Sprachförderung. In vielen Bundesländern findet die Vorschuluntersuchung jedoch im Lauf des letzten Jahres statt, in dem der Kindergarten besucht wird. In manchen Fällen wird mit der Untersuchung sogar bis kurz vor dem ersten Schultag gewartet.

Test Kind
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Verschiedene Tests bei der Vorschuluntersuchung

Die Einschulungsuntersuchung setzt sich aus mehreren einzelnen Tests zusammen. Durch diese soll die allgemeine Gesundheit des Kindes, sowie seine Schulfähigkeit hinsichtlich der physischen und psychischen Entwicklung bewertet werden. Doch auch hierbei weichen die Vorgehensweisen der einzelnen Bundesländer voneinander ab. Im Folgenden lassen sich einige der Dinge einsehen, die im Rahmen von Vorschuluntersuchungen getestet werden.

  • Impfungen: Durch Impfungen wird der Ausbruch von zahlreichen Krankheiten verhindert. Darum ist eine flächendeckende Impfung von entscheidender Bedeutung
  • Seh- und Hörfähigkeit: Damit das Kind dem Unterricht gut folgen kann, ist eine gut ausgeprägte Seh- und Hörfähigkeit ausgesprochen wichtig
  • Sprache: Für die schulische Leistungsfähigkeit ist es sehr wichtig, dass das Kind über eine gute sprachliche Ausdrucksfähigkeit verfügt. Kinder können nur aktiv am Unterricht teilnehmen, wenn sie ihre Gedanken klar formulieren können
  • Motorik: Für die Teilnahme am Unterricht ist eine funktionierende Motorik ebenfalls entscheidend. Kinder mit motorischen Schwierigkeiten haben häufig schon Probleme damit, ihren Stift richtig in der Hand zu halten
  • Körpermaße: Die Schulfähigkeit des Kindes wird nicht direkt von seiner Körpergröße und seinem Gewicht beeinflusst. Allerdings geben diese Daten wichtige Informationen für die Bewertung des allgemeinen Gesundheitszustandes
  • Verhalten: Kinder, die in ihrem Verhalten auffällig sind, neigen dazu, den Ablauf des Unterrichts zu stören. Wenn sie aggressiv gegenüber den Mitschülern werden, kann es besonders problematisch werden